Oberste Priorität beim Akquirieren, Entwickeln und Lektorieren von
Büchern hat für mich der individuelle Charakter des Titels: ob ein historischer
Frauenroman mit erotischem Touch, ein raffinierter Frauenkrimi mit
ausgeklügeltem Plot oder ein umfassend konzipierter Thriller - jedes Buch
verdient vollstes Engagement im
Hinblick auf optimale Vermarktung und auf das, was der Leser schätzt und
erwartet. Diesem Anspruch gerecht zu werden sehe ich als meine Aufgabe als
Lektorin.
Das Beste aus dem
Autor herauszukitzeln, Individualität,
Qualität und höchste Sorgfalt - nur so funktioniert nach meiner
Erfahrung "mainstream". Nachlässigkeit nimmt jeder Leser übel. Und
damit meine ich nicht nur das fehlende Komma oder "dem Dativ sein
Genitiv": Korrekte Rechtschreibung ist wesentlich, aber ebenso
gravierend wie diese notwendigen Formalien sind inhaltliche Fehler
und stilistische Unsicherheiten - Verwechslungen von Namen, ins Nichts
verlaufende Nebenhandlungen, nicht überzeugende Plots, hölzerne Dialoge,
schiefe Metaphern...
Trifft der Lektor auf einen strukturierten Autor mit Sprachgefühl, können sie gemeinsam Höchstleistung zum Wohle des
Lesers vollbringen. Als Lektor mit einem Autor umzugehen, der zwar reichlich
Potential mitbringt, der aber am Ende seines Manuskripts keine Lust mehr hat,
den Konflikt aus Kapitel 7 aufzulösen - das erfordert Diplomatie,
Einfühlsamkeit und Behutsamkeit. Nach meiner Erfahrung profitiert
jedes Manuskript davon, wenn festangestellter Lektor, freier Mitarbeiter und
Autor oder Übersetzer einen regen Austausch
pflegen. Auf diesem Weg können "Stolpersteine" für den Leser
am effektivsten beseitigt werden.
Ich arbeite seit rund 20 Jahren ale freie Lektorin und habe in dieser Zeit mehr als 250 Romane für Verlage wie Lübbe, Rowohlt, vgs u.v.a. bearbeitet.